Policarpal S.r.l.
Ruhigstellender Stützverband für die Therapie und die Vorbeugung von Karpaltunnelsyndrom und Tendinitis des Handgelenks
Häufige Fragen, die nicht auf der Hauptseite stehen. Verfasser: ein Facharzt in Neurophysiopathologiep>
Definition des Karpaltunnelsyndroms
Der "Karpaltunnel" ist ein Kanal im Handgelenk, der durch die Handwurzelknochen gebildet wird, über den das transversale Handwurzelband gespannt ist. Dies ist ein Gelenkband, das den Kanal nach beugeseitig bedeckt und auf einer Seite an dem Skaphoid (Kahnbein) und dem Trapezoid (großes Vieleckbein) und auf der anderen Seite dem Pisiforme (Erbsenbein) und dem Uncinatum (Hakenbein) ansetzt (Handwurzelknochen).
Durch diesen Kanal verkaufen Nerven, Gefäße und Sehnen (der Beugemuskeln der Finger). Der Thenar ist der Daumenballen, der überwiegend aus dem M. abductor pollicis brevis und dem M. opponens pollicis besteht. Wenn das KTS die schlimmste Stufe erreicht, kommt es zur Daumenballenatrophie (d.h. zum Verschwinden des Daumenballens).
Welches sind die Ursachen des Karpaltunnelsyndroms?
Die von der ausgeführten Tätigkeit abhängende Pathogenese scheint die häufigste Ursache für die Entwicklung des Karpaltunnelsyndroms zu sein.
Eine Assoziation mit sich wiederholenden Arbeitsvorgängen konnte sowohl beim Vorliegen (höheres Risiko) als auch beim Fehlen von Arbeiten, die eine größere Kraft verlangen, belegt werden.
Es konnte belegt werden, dass längere und/oder wiederholte Flexions- und Extensionsbewegungen (in geringerem Ausmaß auch die Flexion der Finger) zu einer Druckerhöhung im Karpaltunnel führen und dass die wiederholte Verlängerung der Nerven und Sehnen, die im Karpaltunnel verlaufen, zu einer Entzündung führen können, welche die Verringerung des Karpaltunnelinhalts und damit die Kompression des Medianus-Nerven bewirkt.
Als Auslöser des Karpaltunnelsyndrom können auch Systemerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, rheumatische Arthritiden, Myxödeme, amyloide Degenerationen), wie auch physiologische Situationen (Schwangerschaft, Einnahme hormonaler Verhütungsmittel, Menopause), Traumata (Brüche mit Verschiebungen oder in Fehlstellung verheilte Brüche), Gelenkentzündungen und Arthrosis deformans betrachtet werden.
Welche Tätigkeiten sind die risikoreichsten für das Auftreten des Karpaltunnelsyndrom?
Das Karpaltunnelsyndrom weist eine signifikante Assoziation mit einigen beruflichen Tätigkeiten auf. Häufiger betroffen sind nämlich die Beschäftigten im Fertigungsbereich, in der Elektronik, der Textil-, Lebensmittel-, Schuh- und Lederindustrie, wie auch die Beschäftigen, die Pakete verpacken, Hotelköche, die Beschäftigten in Gaststättenbetrieben.
Warum klagen die Patienten überwiegend nachts und beim Wachwerden über Beschwerden?
Die Ansichten sind unter diesem Aspekt nicht einheitlich. Wahrscheinlich sind die Ursachen vielfältiger Art: Nachts kann das Handgelenk längere Zeit über einer zu starken Flexion oder Extension ausgesetzt sein, wobei es, wie weiter oben erklärt wird, zu einer Druckerhöhung innerhalb des Karpalkanal kommt, was den Medianus-Nerven zusammendrückt. Wenn der Patient liegt, kann es zu einer Umverteilung der Körperflüssigkeiten kommen. Dabei nehmen diese in den oberen Gliedmaßen und folglich auch innerhalb des karpaltunnels zu. Dies führt zu einer Druckerhöhung. In der Ruhestellung der Hand können die Flüssigkeiten, die sich im Karpaltunnel befinden, nicht ablaufen.
Mit welcher Häufung tritt das Karpaltunnelsyndrom auf?
Die zu diesem Zweck ausgeführten Studien bringen kein einheitliches Ergebnis und dies ist auch einfach verständlich, wenn man die Variablen betrachtet, die zu berücksichtigen sind (unterschiedliche Beurteilungsgruppen, ausgeführte Arbeit, Kriterien der Diagnose).
Eine Studie, die überwiegend von 1983 bis 1985 in Holland ausgeführt wurde, gibt für Frauen eine Häufigkeit von 3,4% und für Männer von 0,6% an, aber es wird geschätzt, dass das Karpaltunnelsyndrom in einem weiteren 5,8% der Frauen vorhanden ist, bei denen es nicht diagnostiziert wurde (De Krom et al. J Clin Epidemiol 1992;45:373-6). Die Inzidenz im Jahresmittel, die im Zeitraum von 1961 in 1980 berechnet wurde, beträgt 149 pro100.000 Einwohner/Jahr für die Frauen und 52 für die Männer, Rohziffer 99/100.000/Jahr (Stevens et al. Neurology 1988;38:134-8). Eine Studie, die in der Gegend von Siena von 1991-1997 durchgeführt wurde (Mondelli M. Et al. Toscana Medica Luglio/Agosto 1999), gibt für die Inzidenz eine Rohziffer von 326,2/100.000/Jahr (135,1 für die Männer und 506,9 für die Frauen) an; standardisierte Ziffer 276,6/100.000/Jahr.
Das durchschnittliche Verhältnis der Inzidenzen F:M beträgt 3,8:1.
Das Lebensalter, das für beide Geschlechter am häufigsten vertreten ist, liegt zwischen 50 und 59 Jahren.
Die Diagnose des Karpaltunnelsyndrom ist einfach?
Wenn der Patient sich über Kribbeln (Parästhesien) und/oder Schmerzen beschwert, die häufig in den Unterarm ausstrahlen und wenn die Beschwerden vorwiegend nachts oder am Morgen beim Aufwachen vorkommen, ist das Karpaltunnelsyndrom das wahrscheinlichste.
Es ist aber auf jeden Fall wichtig, eine neurologische Untersuchung und eine Elektromyographie vorzunehmen.
Die erste Untersuchung beurteilt die Muskelkraft, die Knochen- und Sehnenreflexe und die Empfindlichkeit und kann sich klinischer Tests bedienen.
Die bekanntesten sind das Hoffmann-Tinel-Zeichen und der Phalen-Test. Im ersten Test beklopft man den Karpaltunnel und im Patienten müsste im Ansatzbereich des Medianus-Nerven eine verstärkte sensible Reaktion ausgelöst werden. Im zweiten Test beugt oder dehnt man die Hand eine Minute lang auf den Unterarm, wobei die Patienten Kribbeln oder eine Verschlimmerung ihrer Beschwerden feststellen müssten.
Diese Resultate allein stellen jedoch kein ausreichendes Ergebnis für eine Diagnose dar.
Man sollte daher stets eine elektrophysiologische Untersuchung vornehmen.
Die Elektroneurographie wird mit Ableitelektroden und kleinen elektrischen Entladungen vorgenommen, um die sensible Erregungsleitungsgeschwindkeit (der erste Wert, der sich beim Karpaltunnelsyndrom ändert), die motorische Nervenleitgeschwindigkeit, die Latenzzeit und die sensiblen und motorischen Antwortamplituden des Nerven, die durch die elektrische Entladung erhalten werden, zu messen. Um allerdings die Schwere des Symptoms angemessen beurteilen und von anderen Nervenbeschwerden (zum Beispiel der zervikalen Kompression) abgrenzen zu können, ist die Vervollständigung der Untersuchung durch ein EMG vorzusehen, wobei kleine Nadeln benutzt werden, welche die Muskeltätigkeit registrieren.
Zervikale Radikulopathien, Brachialplexopathien, Polyneuropathien im allgemeinen können häufig Symptome haben, die ein Karpaltunnelsyndrom simulieren und die nur eine korrekt und umfassend ausgeführte EMG/ENG-Untersuchung abgrenzen kann.
Diese Untersuchung gestattet auch die Einstufung des Umfangs der Beeinträchtigung (siehe erste Seite).
Man darf allerdings nicht vergessen, dass die Krankheit auch in der anfänglichen Phase sehr beschwerlich sein kann, obwohl die Untersuchung einen negativen Befund ergibt.
Die Diagnose ist daher nicht immer schwierig, wenn der Diagnoseprozess vollständig ist.
Wie entwickelt es sich des Karpaltunnelsyndrom?
Wenn keine Behandlung erfolgt oder wenn die berufliche Tätigkeit sich nicht ändert, verstärkt sich das KTS im Laufe der Jahre.
Bei einigen Patienten bleibt die Situation aber im Laufe der Zeit stationär.
Die klinische Erfahrung zeigt, dass die Symptome sich in der kalten Jahreszeit verschlechtern und in der warmen Jahreszeit verbessern, obwohl sich die Schwere der Pathologie nicht ändert.
Welche Anästhesie wird benutzt und wie lange dauert die Rekonvaleszenz?
Die Anästhesie kann lokal oder im Brachialplexus (unter der Achsel) vorgenommen werden.
Die Rekonvaleszenz hängt von der OP-Methode ab und liegt in der Regel zwischen 2 und 4 Wochen.
Eine Sehne ist eine Struktur, die einen Muskel am Skelett verankert und dazu dient, die Muskelkontraktion auf die Knochen zu übertragen.
Was sind Tendinitis und Tendovaginitis?
Tendinitis ist die Entzündung einer Sehne und tendovaginitis ist die Entzündung der Sehnenscheide. Fast immer kommen beide Entzündungen gleichzeitig vor.
Welches sind die Ursachen Tendinitis und Tendovaginitis?
Die Ursache ist nicht immer bekannt. Die Entzündungen entstehen in der Regel durch einseitige und/oder Wiederholungsbewegungen. Seltener sind es Folgeerscheinungen von Systemerkrankungen, wie Gicht und Niereninsuffizienz.
Welches sind die Symptome der Tendinitis und Tendovaginitis?
Der Schmerz bei der Bewegung ist das deutlichste Symptom. Wenn die Sehnenscheide Flüssigkeit ansammelt, kommt es auch zur Schwellung, die so stark werden kann, dass jede Bewegung verhindert wird.
Was sind die häufigsten Formen des Tendinitis und Tendovaginitis?
Die am häufigsten befallenen Stellen sind die Gelenkkapsel der Schulter, der M. flexor carpi ulnaris und radialis, der Fingerbeuger, die Sehne des M. abductor pollicis longus und des M. extensor pollicis brevis und die Achillessehne.
Welche Tätigkeiten sind die risikoreichsten für das Auftreten der Tendinitis des Handgelenks?
Epidemiologische Studien haben ein erhöhtes Risiko für die Arbeiter in der be- und verarbeitenden Industrie und der Fleischverarbeitung gefunden, mit einem deutlichen Bezug zur Zahl der Arbeitsjahre und dem Kraftaufwand und der Repetivität der Bewegungen. Der knöcherne Kanal, in dem die Sehnen des Handrückens und des Handgelenks verlaufen, wird kleiner und der Druck, der durch die immer wiederkehrende Tätigkeit verursacht wird, kann zur Entzündung der Sehne führen.
Wie sieht die Therapie der Tendinitis und Tendovaginitis aus?
Das vollständige Abklingen der Beschwerden kann lange Zeit (Monate) in Anspruch nehmen. Mehrere Therapien sind möglich: Ruhigstellung (Gipsschienen, Stützkorsette), Infiltrationen, Physiotherapie und seltener die chirurgische Exploration.
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